Die Geschichte der Garnison Lüneburg
Das letzte Kapitel-Lüneburg zwischen Krieg und Frieden.
Quelle: Lüneburger-Landeszeitung
Anfang April stehen die alliierten Truppen bereits vor Ülzen.
Aus Osten treffen Trecks mit Tausenden Menschen ein, die vor der Roten Armee fliehen.
Heimatvertriebene, ausgebombte Hamburger, Kampftruppen und Verwundete drängen in die Stadt.
Innerhalb weniger Monate wächst Lüneburg, eine Stadt von 39000 Einwohnern, auf 65000 Menschen an.
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Karte: Vorstoß der alliierten Streitkräfte mit dem Ziel Ostsee. Quelle: Aus Pless, "Lüneburg 45".
                          Lüneburg im Frühjahr 1945

                          Video vom Luftangriff auf Lüneburg am 7.April 1945
                                                           Bitte  zum abspielen des Video, HIER  klicken.
Die Bombenangriffe vom 07. April 1945
Ein weiterer schwerer Tagesangriff hinterlässt vom Güterbahnhof bis zum Wilschenbruch und im 
roten Feld eine Schneise der Verwüstung. Züge werden hier erst nach der Kapitulation wieder rollen. Die städtische Wasser und Stromversorgung sind lahm gelegt, nur ein Brunnen an der Amselbrücke liefert noch Wasser für eine Notversorgung.
Video: Bombardierung Lüneburgs. Quelle: Ausschnitt aus "Civil Affairs In Germany", National Archives and Records Administration.
Das Sterben auf Gleis 31
Am Tag der Luftangriffe parkt auf Gleis 31 ein Zug mit Häftlingen aus Wilhelmshaven, einer Außenstelle des Konzentrationslager Neuengamme.
390 Menschen warten dort zusammengepfercht in Waggons darauf, ins Lager in Neustadt an der Ostsee weitertransportiert zu werden.
Foto: Ehemalige Nazis führen die Exhumierung der ermordeten KZ-Häftlinge im Tiergarten durch. Quelle: Repro, Michael Behns.
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18. April 1945"Lüneburg wird nicht verteidigt"
Dr. Gerhard Scharf, Historiker und ehemaliger Bürgermeister der Stadt Lüneburg, berichtet von dem alles entscheidenden Beschluss, der Lüneburg zur offenen Stadt erklärte und vor weiterer Zerstörung bewahrte. 

Foto: Stab am Gefechtsstand des Kampfkommandanten auf Gut Schnellenberg um Oberstleutnant Helmuth von Bülow (3. v.r.). Quelle: Aus Pless, "Lüneburg 45"
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18. April 1945Der Einmarsch der Engländer
Nur wenig später schiebt sich mit einem dumpfen Dröhnen der erste britische Panzer auf den Sande und weiter durch die Bäckerstraße zum Markt. In kurzer Zeit ist das Rathaus umstellt. Gauleiter Otto Telschow hat sich feige abgesetzt. Daher übergibt der amtierende Verwaltungschef Hauschildt als letzte Amtshandlung die Stadt an die Engländer.
Diese verlangen zu allererst Quartiere. Viele Lüneburger müssen mit einer Frist von höchstens zwei Stunden ihre Häuser verlassen, die von den Briten beschlagnahmt werden. Bei anderen Familien bedienen sie sich an Lebensmitteln, Sachgütern und Wertgegenständen.
Foto: Vorstoß der Engländer. Quelle: Aus Pless, "Lüneburg 45".
 In vielen Fällen sei es jedoch human abgelaufen, erzählen Zeitzeugen. Ab 19.30 Uhr herrscht Ausgehverbot für alle Männer, die sämtliche Waffen, aber auch Fotoapparate, Kompasse und Landkarten abgeben müssen. Unmittelbar erfolgen auch die ersten Verhaftungen von Nationalsozialisten. Doch: Die Zeit des Luftalarms und der Angst vor Bomben ist damit in Lüneburg beendet.

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Die Lüneburgerinnen Grit Hartkopf und Bärbel Aßmann berichten von ihren Erlebnissen während des Bombenhagels am 07. April 1945.

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Ingrid Goldstein
war zu Kriegsende 11 Jahre alt. Sie lebte mit ihrer Familie am Lüneburger Marktplatz, auf dem sich die Briten einen Parkplatz für ihre Fahrzeuge eingerichtet hatten.
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Foto: Ein britischer Soldat schaut auf die gesprengte Brücke bei Hohnstorf. Quelle: Aus Pless, "Lüneburg 45".
Nach dreiwöchiger Schlacht um den Heidekreis und der Einnahme Lüneburgs stoßen die Alliierten weiter Richtung Elbe vor. Die deutschen Truppen sprengen Brücken und errichten letzten Panzersperren, um die Briten aufzuhalten. Ein sinnloses Unterfangen angesichts der Übermacht.

Nach Bardowick, Ochtmissen, Vögelsen und Scharnebeck marschieren die Engländer über die Dörfer weiter Richtung Bleckede und Lauenburg. Am 20. April 1945 sprengen deutsche Truppen die Brücke bei Hohnstorf und ziehen sich auf die Schleswig-Holsteinische Seite der Elbe zurück. Von dort aus schießen sie auf die Briten in Hohnstorf, Hittbergen und Sassendorf.
Ein ähnliches Szenario zeigt sich etwas weiter stromaufwärts bei Bleckede und Neuhaus. In einem Kampf Haus um Haus nehmen die Briten am 22. April 1945 Bleckede ein. Die Bilanz: 50 gefallene deutsche und 17 englische Soldaten, 10 tote Zivilisten. 
Aus Angst vor einem weiteren Gegenangriff müssen rund 20.000 Menschen ihre Dörfer verlassen. Sie kommen bei Bekannten unter oder kampieren in den Wäldern der Göhrde. Im Mai dürfen viele von ihnen zurückkehren.

03. Mai 1945Der Krieg ist zu Ende
Ende April 1945 verlegt der britische Feldmarschall Bernhard Law Montgomery sein Hauptquartier in die Villa von Kronenbrauerei-Besitzer Dr. Alexander Möllering in Häcklingen. Am Vormittag des 03. Mai erhält er Besuch von einer deutschen Delegation um Generaladmiral von Friedeburg. Montgomery schreibt über ihr Eintreffen: "Es war ein denkwürdiger Augenblick. Die Deutschen kamen, um sich zu ergeben. Der Krieg war zu Ende."


Montgomery fordert die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen in Holland, Nordwestdeutschland und Dänemark, ansonsten werde der Krieg fortgeführt. Er gibt den Deutschen einen Tag Zeit für ihre Entscheidung.


Foto: Die Möllering-Villa in Häcklingen heute. Quelle: Hans-Joachim Boldt.

Die überbringen dem neuen Staatsoberhaupt Karl Dönitz die englische Forderung. Wenige Tage zuvor, am 30. April 1945 hat sich Adolf Hitler in seinem Berliner Bunker das Leben genommen. Sein treuer Anhänger Dönitz will zunächst weiterkämpfen, muss jedoch erkennen, dass die deutsche Wehrmacht keine Chance mehr hat.

04. Mai 1945 Teilkapitulation auf dem Timeloberg
 Auf dem Timeloberg bei Wendisch Evern unterzeichnen die deutschen Wehrmachts-Offiziere und Feldmarschall Montgomery die Teilkapitulation für Nordwestdeutschland, Dänemark und Holland. Montgomery tauft den Timeloberg darauf hin "Victory Hill".
Am 4. Mai 1945 akzeptierte Feldmarschall Bernard Montgomery in der Lüneburger Heide in der Nähe von Hamburg die bedingungslose Kapitulation der deutschen Streitkräfte vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Der Kameramann Paul Wyand filmte durch ein Loch in der Leinwand  und in einem zwanzig Fuß großen quadratischen Zelt im Hauptquartier von Montgomery die Unterzeichnung.
Dieser Clip über die Kapitulation der Deutschen zeigt auch eine Aussage von Montgomery vor der Kamera, die den verbündeten Nationen gratuliert und sich an die Gefallenen erinnert.

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08. Mai 1945 Engländer verkünden den Lüneburgern das Kriegsende
Die Unterzeichnung der Teilkapitulation bedeutet das faktische Ende aller Kampfhandlungen in Nordwestdeutschland, Holland und Dänemark. Also zum größten Teil jenes Territoriums, das bis zu diesem Zeitpunkt noch von deutschen Truppen gehalten wurde. Daraus folgt die bedingungslose Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht, die am 07. und 08. Mai in Reims und Berlin-Karlshorst vollzogen wird und am 09. Mai 1945 in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt übernehmen die alliierten Siegermächte alle politischen, militärischen und gesellschaftlichen Angelegenheiten in Deutschland.

Oberst Stansfeld, neuer Stadtkommandant von Lüneburg, tritt am 08. Mai mit seinem Adjutanten, Bürgermeister Olvermann und Oberbürgermeister Drape auf den Balkon des Rathauses und verkündet den Bürgern über Lautsprecher das Ende des Krieges und die Übernahme der britischen Militärverwaltung. Historische Quellen machen unterschiedliche Angaben darüber, ob und wie viel Publikum zu diesem Ereignis auf dem Marktplatz zusammenkam. Gut möglich wäre, dass die Lüneburger an diesem Tag andere Probleme hatten als sich die Proklamation anzuhören.

23. Mai 1945 Himmlers Selbstmord in der Uelzener Straße Heinrich Himmler, ehemaliger Reichsinnenminister und nach Hitler zweiter Mann im Staate, schlägt sich nach der Kapitulation zunächst nach Flensburg und anschließend in den Landkreis Lüneburg durch. Dort wird er am 21. Mai 1945 verhaftet und ins Hauptquartier der britischen Besatzer in der Uelzener Straße 31a überführt. Für eine Leibesvisitation ziehen ihn die Militärpolizisten vollständig aus, doch eine Gift-Kapsel bleibt unentdeckt. Ein Biss auf das Zyankali reicht aus für den feigen Selbstmord des Oberaufsehers der deutschen Konzentrationslager.


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Historiker und ehemaliger Bürgermeister von Lüneburg. Er floh 1946 mit seiner Familie aus Schlesien und kam nach Vierhöfen im Landkreis Lüneburg.

Video Quelle: Lüneburger-Landeszeitung

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Die Heimkehrer
Oft noch viele Monate leben die daheim gebliebenen Familien der Soldaten in Ungewissheit, ob der Vater, Mann oder Sohn Krieg und Kriegsgefangenschaft überlebt hat. Einige von ihnen kehren erst nach Jahren zurück, viele niemals.
Lüneburgerin Ingrid Goldschmidt, zum Kriegsende 11 Jahre alt, schildert im Interview den Moment, in dem ihre Vater heimkehrte und seine Familie wieder in die Arme schloss.


Foto: Ingrid Goldschmidt, geborene Püschel, lebte mit ihren Eltern im Eckhaus am Markt/Ecke Bäckerstraße. Quelle: Ingrid Goldschmidt.
Quelle: Interview: Lüneburger-Landeszeitung
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               Die Chronik der Garnisonsstadt Lüneburg. 
                                                                      Quelle: Lüneburger Landeszeitung
Chronik Garnison Lüneburg
Chronik Garnison Lüneburg
Chronik Garnisonsstadt Lüneburg
Chronik Garnisonstadt Lünebuerg
Chronik Garnisonstadt Lüneburg
Chronik Garnisonstadt Lüneburg
Chronik Garnisonstadt Lüneburg
Chronik Garnisonsstadt Lüneburg
Chronik Garnisonsstadt Lüneburg
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Chronik Garnisonsstadt Lüneburg
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